[Rezension] Canis Lupus Niger: Sommerturnier – Heike Korfhage (★★★★★)

CoverHeikeKorfhageSommerturnier

Band 1 des „Canis Lupus Niger“-Zyklus’, „Der Fremde“ habe ich bereits hier rezensiert, kommen wir nun zu Band zwei. Ich habe dieses Buch sofort bei Erscheinen gekauft und sehr, sehr lange dafür gebraucht, es zu lesen – das lag aber nicht etwa daran, weil ich es so schlecht fand, sondern an dem Wissen, dass ich mich lange auf den nächsten Band würde gedulden müssen, wenn ich erst einmal die letzte Seite erreicht hatte. Und dieses Wissen stimmte mich bei diesem Buch so traurig wie bei kaum einem anderen.

Erster Eindruck – Cover, Titel und Klappentext

Das Cover passt zum ersten Teil, ist darüber hinaus aber noch ein ganzes Stück schöner, wie ich finde. Man merkt, dass das Buch dieses Mal bei einem richtigen Verlag erschienen ist, denn es fühlt sich schon viel hochwertiger an. Einen Klappentext gibt es nicht, stattdessen wird darauf hingewiesen, dass der vorherige Teil den vierten Platz beim deutschen Phantastikpreis belegt hat.

Hier vergebe ich vier Sterne. ★★★★

Inhalt

Anders als beim ersten Band war ich dieses Mal von Anfang an von der Geschichte gefesselt, auch wenn es ein wenig dauert, bis etwas Action aufkommt. Aber Action ist es auch eher weniger, was dieses Buch ausmacht, sondern die vielschichtigen, tiefgründigen Charaktere, ihre Interaktionen miteinander, die Intrigen usw. So ziemlich alle Figuren entwickeln sich im Laufe der Geschichten fort, lernen aus ihren Fehlern, werden von den Geschehnissen geprägt – angefangen vom Protagonisten Wanja, bis hin zu den Nebenfiguren. Es ist wirklich gigantisch, wie realistisch die Figuren miteinander umspringen, wie sie sich verhalten, … In einer derartigen Intensität habe ich es noch nie bei einem anderen Buch erlebt.

Gerade zum Schluss hin wird das Buch zusätzlich sehr, sehr spannend und mehr als einmal habe ich um Wanjas Leben gebangt, obwohl mir bewusst war, dass noch weitere Bände (hoffentlich auch mit ihm! *lach*) folgen würden.

Dennoch gibt es einen kleinen Wermutstropfen: Die Rolle der Frau stimmt mich nicht ganz glücklich. Frauen generell und Valeria, die Gattin des Protagonisten Wanja, insbesondere, müssen ständig beschützt werden, verhalten sich im Angesicht von Gefahr ziemlich dämlich und machen damit alles nur noch schlimmer. Das war etwas, was mich stellenweise genervt hat. „Sommerturnier“ ist auf jeden Fall ein männerlastiges Buch. Männer sind die Helden beziehungsweise Schurken, Frauen müssen gerettet und beschützt werden. Abgesehen von diesem Aspekt ist Wanjas Beziehung zu seiner geliebten Valeria jedoch sehr schön geschrieben. Man spürt deutlich, dass die beiden sich sehr lieben und Valeria hat durchaus ihren eigenen Kopf, wenn es um die nicht-kämpferischen Belange geht.

Besonders angetan war ich wie schon im letzten Band vom König des mittelländischen Reiches. Dieses Mal ist seine Rolle jedoch weitaus gewichtiger, was mich sehr gefreut hat. Es ist wirklich erfrischend, mal über einen talentierten jungen König zu lesen, der – im Gegensatz zu vielen seiner Untertanten – sehr aufgeschlossen ist. Er zeigt die nötige Strenge, wo angemessen, lacht aber auch viel. Eine äußerst sympathische Figur, an die ich mich bestimmt noch lange erinnern werde.

Hier vergebe ich fünf Sterne. ★★★★★

Schreibstil

Der unglaublich authentische mittelalterliche Flair, den ich schon bei meiner Rezension zum ersten Band erwähnte, ist beim „Sommerturnier“ noch viel ausgeprägter vorhanden und macht es zu einer wahren Freude, dieses Buch zu lesen. Die Dialoge wirken realistisch, jede Szene hat einen Grund und eine Auswirkung auf das Geschehen. Es ist kein Wort zu viel, keines zu wenig, und im Gegensatz zum Vorgänger finden sich auch so gut wie keine Fehler darin – zwei habe ich gefunden und das auch nur, weil mein Auge darauf aus ist, welche zu entdecken. 😉

Hier vergebe ich fünf Sterne. ★★★★★

Fazit

„Sommerturnier“ hat es mir wirklich angetan. Müsste ich eine Liste meiner Lieblingsbücher erstellen, würde es zwischen den Werken der hochgelobten internationalen Fantasy-Autoren ganz weit oben stehen – vermutlich auf derselben Stufe mit „Der Name des Windes“ und „Das Lied von Eis und Feuer“. „Sommerturnier“ verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit und es blutet mir das Herz, dass das Buch alleine deshalb relativ unbekannt ist, weil es kein Autor aus Übersee geschrieben hat. Liebe Leute, auch deutsche Autoren schreiben wundervolle Bücher, wie Heike Korfhage eindrucksvoll bewiesen hat!

Insgesamt vergebe ich eine Wertung von absolut verdienten fünf Sternen. ★★★★★

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