[Rezension] „Vollstrecker der Königin – Der Baeldin-Mord“ von Angelika Diem

Cover "Vollstrecker der Königin - Der Baeldin-Mord"

Cover „Vollstrecker der Königin – Der Baeldin-Mord“


Klappentext:
Mord ist niemals gut. Auch wenn es „nur“ eine Kammerzofe trifft. Die rein zufällig auf einem Schloss Dienst tut, auf dem sich eine politisch wichtige Heirat anbahnt.
Warum aber fühlt sich die Königin gefordert, einer bloßen Zofe wegen eine ihrer fähigsten Ermittlerinnen in die nördliche Provinz zu schicken?
Vollstreckerin Caitlynn stellt schnell fest, dass ihre Aufgabe alles andere als einfach ist. Unschuldige fühlen sich schuldig, viele Schlossbewohner haben ein Motiv, und Caitlynns Magie stößt an ihre Grenzen.
War die Zofe am Ende doch nicht so unwichtig?

Erster Eindruck – Cover, Titel und Klappentext
Das Cover des Buches ist nicht nur sehr schön gemacht, es passt auch noch perfekt zum Inhalt. Auch den Titel finde ich ansprechend und auch der Klappentext macht neugierig auf den Inhalt. Hier gibt es nichts auszusetzen.

Hier vergebe ich drei Sterne. ★★★★★

Inhalt
Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mit dem Buch warm geworden bin, aber ab dann hatte es mich in seinem Griff. Ein spannender Krimi, bei dem zumindest ich bis zuletzt nicht erriet, wer der vielen Verdächtigen nun der Mörder war, gewürzt mit allerlei gut ausgedachten Fantasy-Elementen. So werden Erbfolgen durch das „Charisma“ bestimmt, die magische Kraft, die es manchen Menschen ermöglicht, andere einzulullen oder sie ihrem Willen zu unterwerfen. Auch die Idee mit den Vollstreckern ist gut, die ihre Strafe mit dem auf dem Cover abgebildeten „Schmerzstein“ erteilen, indem sie damit die Schmerzen des Opfers auf den Täter übertragen. Der Leser erhascht auch einen Einblick auf die Religionen und erlebt einige sehr authentisch beschriebene Zeremonien mit. Alles in allem ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Hier vergebe ich vier Sterne. ★★★★

Schreibstil
Angelika Diem bedient sich eines umfangreichen und dem Setting entsprechenden Wortschatzes, daran gibt es nichts auszusetzen. Ich konnte mir anhand ihrer Beschreibungen alles gut vorstellen und fühlte mich in die Geschichte hineingezogen, lediglich ein bisschen mehr Spannung hätte das Buch in meinen Augen vertragen können, so kam der Höhepunkt unerwartet und blieb relativ flach.

Störend waren jedoch vor allem die vielen kleinen Zeichenfehler. Falsche Anführungszeichen, oftmals fehlende Kommas bei der wörtlichen Rede, hier ein Punkt vergessen, da ein falscher Plural bei einem Wort, das auf „s“ endet … Nichts gravierendes, aber es häuft sich und hätte wirklich nicht sein müssen, zumal die sonstige Rechtschreibung und Grammatik gut ist.

Hier vergebe ich drei Sterne. ★★★

Fazit
Das Büchlein ist kurz, der Preis ist angemessen, das Lesevergnügen vorhanden. Wer Fantasykrimis mag, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Es ist ideal, um jetzt im frostigen Winter eine oder zwei Abendstunden neben einem warmen Kamin zu füllen, und ich kann es eigentlich nur empfehlen.

Insgesamt vergebe ich eine Wertung von vier Sternen. ★★★★

[Blogtour] Interview mit der Illustratorin Tanja Meurer (E-Book zu gewinnen!)

assjah banner die illustratorin

Im Zuge der Blogtour der Buchreihe „Assjah“ von Juliane Seidel haben wir heute Tanja Meurer bei Ye Olde Independent zu Gast. Sie bereichert die beiden Assjah-Bücher um wunderschöne Illustrationen, von denen ein paar hier zu sehen sind. Des Weiteren gibt es bei Ye Olde Independent wie bei jeder Station der Blogtour ein E-Book-Exemplar von „Assjah – Die lebenden Träume“ zu gewinnen. Bei der letzten Station sogar Printexemplare, es lohnt sich also, dranzubleiben!

Hallo Tanja, es freut mich, dich heute virtuell hier begrüßen zu dürfen. Du bist für die Illustrationen in den „Assjah“-Büchern verantwortlich – wie ist es zu der Zusammenarbeit mit der Autorin Juliane Seidel gekommen?
Jule und ich kennen uns seit 11 Jahren. Wir haben uns damals über die Fantasy-Zeichnergalerie „Fantasy Arthouse“ kennen gelernt. Am 31.10.2002 hatten wir unser erstes Treffen und sind seit dem 13.12.2002 ein Paar.
Assjah, in der Form wie es jetzt ist, ist sozusagen vor meinen Augen entstanden. An der Originalversion hat eine Freundin von Jule und mir recht viel Anteil gehabt, ähnlich wie ich und Kim, der Protagonist aus der Reihe, ist vor Jahren als Nebencharakter des Originalbuches entstanden. Jule brauchte einen durchgeknallten kleinen Drummer aus der Band des Protagonisten Chris. Dazu steuerte ich die Idee zu Kim bei. Der Kleine basiert auf einem meiner Klassenkameraden, der während der Schulzeit ebenfalls der Drummer in einer Schüler-Metallband war. Tom war genauso durchgeknallt wie Kim und einfach nur ein lieber Kerl 🙂
Daraus entsand die feste Zusammenarbeit mit Jule.

zaida

Ist es dir leicht gefallen, ihren Figuren ein Aussehen zu verleihen bzw. Julianes Wünsche umzusetzen oder hattest du von Anfang an ein klares Bild im Kopf?
Wie schon erwähnt, hatten Jule und ich von Anfang an eine sehr enge und feste Zusammenarbeit, da die Grundideen aus dem Zwiegespräch zu Assjah stammen. Ihre und meine Ideen laufen also in den Büchern zusammen. Die Figruen sind mir genauso vertraut wie all meine eigenen Romanfiguren.

Welche Figur aus dem Buch hast du am liebsten und warum?
Ich schwanke zwischen Finn und Annatar.
Finn schon wegen seiner zynisch-gruffigen Art und weil ich auf Ratten stehe, Annatar weil er starke Parallelen zu meinem ältesten Rollenspielcharakter (seit 1994), den Magier Lysander, aufweist. Annatar ist ihm sogar optisch sehr ähnlich.
Kim ist natürlich total niedlich, aber ich zeichne ihn am Liebsten zusammen mit meinem Oliver (Kims Vorbild im Punk sein und best Buddy). Elisa ist cool. Freche kleine Gören mit Mut und Dickkopf liebe ich, weshalb ich sie auch sehr gern zeichne. Wer allen nich den Rang ablaufen könnte: Umbra. Der Typ ist Kult. Mit dem Charakter lässt sich so irre viel machen … eine Welt an Möglichkeiten.
Die Feen mag ich nicht so gern, das liegt aber daran, dass sie den höchsten Kitschfaktor beinhalten und mir diese Art Pixies in allen Bücher auf den Keks gehen. Das ist wie Tinkerbell … Urgs.
Aber wer „Die Reise ins Labyrinth“ gesehen hat, weiß ja, was Hoggle mit den Brownies (Feen) macht – hehehehehe …

Winter_intensiv_klWas fasziniert dich an „Assjah“ am meisten? Aus welchem Grund würdest du die Geschichte anderen ans Herz legen?
Die Tatsache, dass auch ein Kind nur weil es sich um ein Kind handelt, nicht vor den Konsequenzen seines Handelns verschont bleibt. Kims Knuddelfaktor ist in jedem Fall sehr groß, aber das schützt ihn nicht. Er ist in der (Zwangs-)Lage, für das was er getan hat den Kopf hinzuhalten und steht es durch, schon weil er weit genug den Mut zusammenbringt und sich dem stellt.
Die andere Sache, die mir sehr gefällt: Assjah vermeidet das Schwarzweiß-Denken in den Büchern. Böse ist nicht wirklich Böse. Alles hat seine Gründe (man muss sie nur hinterfragen).
Ich hasse Bücher die Zwangsmeinungsbildend sind, weil die Guten einfach nur gut sind um Gutes zu tun und die Bösen nichts anderes tun als Böses (ohne Sinn und Verstand, einfach nur weil der Autor oder Regiseur es so wollte). Mist, einfach nur Bullshit! Die Realität sieht anders aus. Jeder dümpelt in einer Grauzone herum. Was für einen gut ist, empfindet ein anderer als schlecht. Es ist immer die Sache der Sichtweise und der persönlichen Einstellung. Jule vermeidet bei Assjah generell das Schwarz-Weiß-Denken. Das ist gut so.

Wie lange zeichnest du schon?
Seit ich zehn bin, seit dreißig Jahren also.

Würdest du auch für andere Autoren und deren Bücher Illustrationen anfertigen?
Mache ich ohnehin, denn ich bin nebenberuflich Illustratorin für unterschiedliche Verlage und Magazine. Wenn Du auf meine HP schaust, hast Du eine ganz gute Auswahl. Im Genre bin ich nicht festgelegt. Ich habe auch schon für Erotik-Autorinnen (Plaisier d’Amour-Verlag) gearbeitet, genauso wie für Fantasy-Verlage. Ich fertige Innenillus, Cover, Backcover, Stadt- und Landkarten, Lesezeichen, Charakterillus, …
Derzeit arbeite ich zusammen mit Jule (als Vee-Jas) für den Torsten Low-Verlag, den Ulrich Burger Verlag, aber auch schon für Piper Fantasy, den Nordmann-Verlag und die Phantastische Redaktion XUN.
Hier könnt ihr euch von unseren Leistungen überzeugen:
http://www.vee-jas.de/

Die Nacht der SchwäneLegst du Wert darauf, dass dir ein Buch gefällt, das von dir illustriert werden soll? Liest du es im Voraus?
Sollte, muss aber nicht. Es ist unprofessionell einen Auftrag abzulehnen, wenn einem die Geschichte nicht passt.
Es gab allerdings schon Szenen, bei denen ich vor Lachen (unfreiwillig lustige Textpassagen) unter dem Tisch lag. Dumm dass es ein Erotikroman mit einer extrem saftigen Szene war, sonst hätte ich das Zitat hier gesetzt.

Du schreibst auch selbst und hast mit „Glasseelen“ und „Der Rebell“ schon Veröffentlichungen vorzuweisen. Möchtest du kurz erzählen, worum es in den Büchern geht?
Kann ich gern.

Schattengrenzen heißt die Reihe, zu der Glasseelen und Der Rebell gehören. Die Bücher bauen aufeinander auf und haben dennoch unterschiedliche Protagonisten.
Das Genre, was ich mit Schattengrenzen bediene, ist Mystery-Thriller und Horror. Die Bücher sind sehr komplex, wenig romantisch und teils extrem brutal und unheimlich.
Weichspüler-Horror mit romantischen Heldinnen und Helden kann ich nicht ausstehen. Meine Protagonisten ticken auch nicht stereotyp. Nahezu alle Charaktere haben anleihen an realen Personen, Freunde, Familie, Chefs, mir selbst.
Glasseelen spielt in Berlin und dreht sich um Camilla, die durch unheimliche Vorfälle und den Tod ihrer Freundin Theresa unter die Stadt in die Unterwelten gezwungen wird.
Wer E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann kennt, wird mitbekommen, dass der Roman auf der Novelle und dem Autor basiert.
In Der Rebell (der in Wiesbaden spielt) geht es auch wieder um Kriminalfälle, die den Protagonisten Oliver betreffen. Eingangs gibt er den sprichwörtlichen Löffel bei dem Versuch ab, seine Geschwister vor seinem durchgedrehten Vater zu beschützen. Er verliert in der Nacht seine Mutter und seine jüngsten Geschwister. Danach kann er etwas mehr sehen als die Realität. Seine Geschichte endet damit nicht. Er wird in einen Anschlag auf seinen Bruder Christian verwickelt – der Attentäter ist aber kein Mensch. Damit tut sich ein neuer Fall auf, der auch aus seiner Familie entspringt, ein Mordfall an einer ganzen Gruppe Menschen, der 70 Jahre her ist.
Camilla, Christoph, Matthias und Bernd aus Glasseelen sind auch wieder dabei, aber als Nebencharaktere.
http://www.amazon.de/Glasseelen-Schattengrenzen-1-Tanja-Meurer/dp/9963722407/ref=pd_rhf_gw_p_t_2_D305

http://www.amazon.de/Der-Rebell-Schattengrenzen-Tanja-Meurer/dp/9963722504/ref=pd_rhf_gw_p_t_1_D305

Wer Jules Assjah kennt, wird beim Lesen mitbekommen, dass Kims bester Freund eben jener Oliver Hoffmann aus Der Rebell ist.

KarteHast du neben dem Zeichnen und Schreiben noch andere Hobbys oder Tätigkeiten, denen du nachgehst?
Kriminalhistorik. Ich wollte ursprünglich zur Polizei. Das, was davon übrig geblieben ist, – eine irre Liebe zur Kriminalistik. Nahezu alle Bücher, auch die, die nicht zu Schattengrenzen gehören, haben das Thema Kriminalistik und Horror.
Ich schreibe auch Steampunk, Steam-Fantasy, Gay und Thriller. Alles basiert auf diesem Faible für Kriminalistik, Kriminalhistorik und Historik.
Ich bin gelernter Bauzeichner aus dem Hochbau, habe aber ziemlich viel Altbausanierung gemacht, was natürlich für ein ausgesprochen großen Hang zu alten Häusern ausgelöst hat. Entspannungsurlaube? Die sind für Weicheier, Schattenparker und Warmduscher. Ich eiere durch Städte und schaue mir die Architektur an 😉
Auch jobbedingt liebe ich Autos. Vier Jahre habe ich als Berufsfahrer gearbeitet, was nichts anderes bedeutet, dass ich schon als Kind eher Blechautos mit im Bett hatte. Heute sammele ich Oldtimermodelle, liebe die ganzen großen Automobilmuseen und hasse es Beifahrer sein zu müssen. Ich traue nur mir am Steuer.
Ansonsten … ach ja, ich bin ein Punk. Klar, ich habe eine tiefe Liebe zu der entsprechenden linkspolitischen Mucke. „Alarmsignal“, „Die Gefahr“, „S.I.K.“, „Tagtraum“, „Kolporteure“ und „Ahead to the Sea“ liebe ich (die letzten beiden haben sich leider aufgelöst). Ansonsten stehe ich bei Gothic immer noch auf die extrem schrägen Bands: Mortem Vlad Art, Chaostar, Samsas Traum und Stillste Stund’. Chaostar ist für mich ungeschlagen und lief in einer Dauerschleife, während ich Glasselen geschrieben habe.

Ich danke dir vielmals für das Interview!
Danke Dir 🙂

Wer nun neugierig auf die Welt von Assjah und Kims Abenteuer geworden ist, hat hier die Chance auf ein E-Book von „Assjah – Die vergessenen Kinder“. Füllt dafür einfach bis morgen das Kontaktformular aus und beantwortet die folgende Frage:
Wie heißen die beiden Feen, die Kim auf seinen Abenteuern begleiten?
Die Antwort findet ihr z. B. in Ye Olde Independent’s Rezension zum Buch oder auf der offiziellen Assjah-Website.

 

Und hier geht die Tour weiter:

31.10.2013 – „Die Figuren“
http://buecherfee.blogspot.de Bücherfee
01.11.2013 – „Die Welten“
http://bookrecession.wordpress.com Bookrecession
02.11.2013 – „Hintergrundinformationen“
http://nikas-leseblog.blogspot.de Nana und Nikas Leseblog
03.11.2013 – „Zukünftige Werke“
http://melbuecherwurm.blogspot.de Mel Bücherwurm
04.11.2013 – „Verlosung“
http://julianeseidel.wordpress.com Regenbogentraum

Die Assjah-Blogtour hat begonnen!

Heute hat sie also begonnen, die Assjah-Blogtour, bei der Ye Olde Independent live und in Farbe dabei sein wird. Wer die Tour von Anfang an begleiten möchte, kann hier auf Tanja Saalbachs Blog vorbeischauen. Sie stellt die Bücher vor und am Ende gibt es, wie bei jeder Station, ein E-Book zu gewinnen. Schaut vorbei, es lohnt sich wirklich, wie man meiner Rezension entnehmen kann. 🙂

kein-senf-im-buch.weebly.com

[Rezension] Assjah – Die lebenden Träume von Juliane Seidel

Cover „Assjah – Die lebenden Träume“ von Juliane Seidel

Im Zuge der Blogtour von Assjah, bei der Ye Old Independent mit einem Interview der Illustratorin Tanja Meurer dabei ist, gibt es hier schon einmal die Rezension zum dazugehörigen Buch.

Erster Eindruck – Cover, Titel und Klappentext

Das Cover gefällt mir sehr gut, noch dazu zeigt es seine Szene aus der Geschichte. Alles passt perfekt zu den Beschreibungen im Buch, klasse Arbeit. Der Klappentext beschreibt spannend und anschaulich, worum es in dem Buch geht, obwohl ich eher dazu rate, ihn vor dem Lesen nicht zu lesen – ich habe es nicht getan und war im Nachhinein froh darum, weil ich so mehr im Buch miträtseln konnte, was es nun mit diesem oder jenem auf sich hat.

Im Buch selbst befinden sich wunderschöne Illustrationen zu den Figuren, sodass man gleich schon von Anfang an ein gutes Bild von ihnen hat. Bei den Kapitelanfängen ist ebenfalls jedes Initial mit einer Illustration verziert, die Bezug zum Buch, ja sogar zum jeweiligen Kapitel aufweist. Wirklich toll gemacht, es ist eine Freude, dieses Buch in den Händen zu halten und zu lesen.

Hier vergebe ich fünf Sterne. ★★★★★

Inhalt

Bei einer Mutprobe findet der zehnjährige Kim einen seltsamen Gegenstand, der sich als „Traumspiegel“ herausstellt. Damit ist er in der Lage, die Wesen, die er sich selbst in seinen Träumen und Traumwelten erschafft, in die reale Welt zu holen. Anfangs ist das noch harmlos, denn die Fee Silberfünkchen und ihre Freundin Goldlöckchen, die er als erstes ruft, lassen sich noch gut verstecken, doch als er einen kleinen Drachen holen will, denkt er versehentlich an den mächtigen Drachen Fineas, und ein gigantisches Ungetüm wie dieses zu verstecken, braucht schon ein wenig mehr Einfallsreichtum. Zum Glück gibt es noch den unsicheren und selbstzweiflerischen Magier Annatar, dem zumindest ab und an ein Zauber gelingt – wenn auch nicht unbedingt der nötige Gegenspruch dazu.

Bald schon muss Kim jedoch feststellen, dass diese Spielerei nicht ohne Folgen bleibt. Auf der einen Seite wollen seine Wesen natürlich wieder in ihre Traumwelten zurück, in denen sie beheimatet sind – und auch Kim möchte nicht in die Verlegenheit geraten, erklären zu müssen, was zwei Feen, ein verwandelter Drache und ein seltsamer, mittelalterlicher Kauz bei ihm verloren haben –, auf der anderen wären da noch die rätselhaften Schatten, die Kims Wesen geradezu verschlingen. Um deren Ursprung auf den Grund zu kommen, muss er tief in seine Träume reisen, doch dort ist es nicht ganz ungefährlich.

Die Idee hinter „Assjah“ gefällt mir. Ein sehr fantasievoller Junge, der plötzlich die Macht erhält, seine Traumwesen real werden zu lassen – aber nicht einfach damit „davonkommt“, sondern die Konsequenzen seines unbedachten Handelns durchaus zu spüren bekommt. Die Figuren haben unterschiedliche Charaktereigenschaften und durchaus ihre Differenzen untereinander. Vor allem dem heißblütigen Drachen Fineas gefällt es gar nicht, dass er in unserer Welt als Rattendrache ausharren muss. Am besten gefällt mir der unsichere Magier Annatar, der seine Selbstzweifel überwinden muss, um seine Magie richtig wirken zu können.

Hier vergebe ich fünf Sterne. ★★★★★

Schreibstil

Juliane Seidels Stil lässt sich sehr flüssig und angenehm lesen. Man ist immer nah bei Kim und wird mit ihm in seine Traumwelten entführt, die ebenfalls sehr anschaulich und fantasievoll beschrieben sind. Es gibt mal wieder nichts zu meckern, deshalb muss ich mich leider kurz fassen. 😉

Hier vergebe ich fünf Sterne. ★★★★★

Fazit

Trotz des sehr jungen Protagonisten ist „Assjah – Die lebenden Träume“ durchaus ein Buch, das ich auch erwachsenen Lesern ans Herz legen möchte. Es lädt ein zum Träumen und Mitfiebern und ist wundervoll geschrieben. Es war mir eine Freude, dieses Buch zu lesen, und ich vergebe deshalb auch gerne meine erste volle Sterne-Wertung. Und jeder, der darüber skeptisch ist, möge sich selbst davon überzeugen – es ist die Lesezeit auf jeden Fall wert.

Insgesamt vergebe ich also eine Wertung von fünf Sternen. ★★★★★

[Rezension] Zorali 1 – Der Drachenkönig von Toni Kuklik (★★★)

Cover „Zorali 1 – Der Drachenkönig“

 

Besser spät als nie gibt es endlich die Rezension zum Auftakt von Toni Kukliks E-Book-Serie rund um die Prinzessin Zorali. Die erste Episode trägt den Titel „Der Drachenkönig“.

Erster Eindruck – Cover, Titel und Klappentext

Ich liebe das Cover. Ein absoluter Blickfänger, wie ich finde, und noch dazu wunderschön. Es machte mich sofort neugierig auf mehr und ich war gespannt darauf, worum es in dem dahinter versteckten Buch geht.

Der Klappentext beschreibt gut, worum es in dieser Episode geht, und ist weder gut noch schlecht:

„Zorali, die einzige Tochter des Königs von Amanien, lebt in einem goldenen Käfig. Während sie im Palast eigentlich alles hat, ist er doch ihr ungeliebtes Gefängnis. Als ihr Bruder mit schlechten Nachrichten von einem Erkundungsritt zurückkehrt, sieht sie ihr Schicksal gekommen: Der letzte lebende Drache ist in Gefahr und der König weigert sich, etwas zu unternehmen. Zorali nimmt sich der Aufgabe an – ihr Abenteuer beginnt!“

Aufgrund des richtig tollen Covers vergebe ich meine ersten fünf Sterne in dieser Kategorie. ★★★★★

 

Inhalt

Das Buch beginnt sehr High-Fantasy-typisch mit einer Prinzessin namens Zorali, die von ihrem Vater in einem goldenen Käfig gehalten wird, aber viel lieber draußen wie ihre Brüder Abenteuer erleben würde. Nicht fehlen darf natürlich die im Kindsbett gestorbene Mutter und die liebevolle, aber lästige Amme.

Zoralis Vater ist der Drachenkönig, der über ein Reich regiert, in dem einstmals mächtige Drachen Seite an Seite mit den Menschen leben. Doch ein machthungriger König fand heraus, dass das Trinken von Drachenblut die magische Kraft steigert, ließ sie jagen und fast ausrotten. In der Gegenwart des Buches gibt es nur noch einen einzigen und ausgerechnet dieser ist in Gefahr. Der König sieht in dieser Bedrohung jedoch nur ein Ablenkungsmanöver seines Feindes und unternimmt nichts. Das kann Zorali nicht auf sich sitzen lassen und beschließt, selbst etwas zu unternehmen.

Unterstützt von ihrem Bruder Zarath, dem jüngeren und somit unbeachteteren Prinzen, macht sie sich auf ihre Reise. Hier stöße ich auch schon auf meinen größten Kritikpunkt: Er lässt seine geliebte kleine Schwester, die noch nie wirklich einen Fuß vors Palasttor gesetzt hat, einfach so in die gefährliche Welt hinaus. Kriege drohen und sie will ja nichts mehr als einen Drachen gegen eine Armee schützen (wie sie das anstellen will, bleibt fraglich), aber bis auf die Banditen, Wegelagerer und Unzufriedenen, von denen es in Amanien mehr als genug gibt, ist das für so eine Prinzessin doch bestimmt kein Problem … Nein, das hat mir nicht gefallen. Hinzu kommt, dass die Protagonistin wirklich herausragend viel Glück hat. Es läuft alles ein bisschen zu glatt und reibungslos, mal sehen, wie weit Zorali mit ihrer planlosen „Kopf durch die Wand“-Taktik kommt.

Es dauerte eine Weile, bis ich genügend Empathie für den Drachen aufbringen konnte, um Zoralis Wunsch nach seiner Rettung überhaupt nachvollziehen zu können. Nachdem man aber ein wenig über die Hintergrundgeschichte des Ganzen erfährt, wird es besser.

Hin und wieder erhascht man einen Blick auf den Antagonisten, der Jagd auf den Drachen macht, um ähnlich wie der machthungrige König damals seine Kräfte auszubauen. Sein Motiv für diese Tat ist zwar durchaus vorhanden, bleibt aber in meinen Augen ein wenig einfach und unbefriedigend.

Es gibt interessante Figuren in dem Buch – der rätselhafte Bibliothekar Talus z. B., oder Loas, Zoralis mehr als seltsamer und ein wenig unheimlicher neuer Begleiter. Nicht zu vergessen Zarath, den ich am meisten in mein Herz geschlossen habe, einfach weil er am besten charakterisiert wird und die meiste Tiefe hat. Alles in allem bleibt die Geschichte in diesem Serienauftakt bislang eher klischeehaft und noch geschieht nichts sonderlich Weltenbewegendes, aber es stellen sich mir immerhin genug Fragen, um mich neugierig auf die nächste Episode zu machen.

Hier vergebe ich zwei Sterne. ★★

 

Schreibstil

Es gibt weder viel zu bemängeln noch ist er bemerkenswert herausragend, also guter Durchschnitt. Ich konnte mir alles schön vorstellen, es gibt keine Perspektivenausbrüche und ich kann mit den Figuren mitfühlen.

Hier vergebe ich vier Sterne. ★★★★

 

Fazit

„Zorali 1 – Der Drachenkönig“ ist ein kurzweiliges Lesevergnügen – nichts, was ich anspruchsvollen Lesern empfehlen würde, aber wer High Fantasy mag und Lust auf einen angenehmen Zeitvertreib hat, ist mit dieser Serie gut beraten.

Insgesamt vergebe ich eine Wertung von drei Sternen. ★★★

[Ankündigung] Assjah Blogtour

Assjah Blogtour Übersicht

Assjah Blogtour Übersicht

Ende Oktober wird Ye Olde Independent Teil der Blogtour zu Juliane Seidels „Assjah“-Büchern. Genauer gesagt wird es hier ein Interview mit der Illustratorin Tanja Meurer geben, die die Assjah-Bücher mit ihren wunderschönen Bildern bereichert hat. Im Zuge dessen wird es hier auch noch eine Rezension zum ersten Teil, „Assjah – Die Lebenden Träume“ geben. Momentan bin ich noch dabei, es zu genießen.

Die Blogtour beginnt am 28.10.13 mit einer Vorstellung der Bücher von Tanja Saalbach, ab dann folgen jeden Tag Interviews, Berichte und Vorstellungen rund um Assjah auf verschiedenen Blogs. Das Mitmachen lohnt sich gleich doppelt, denn ihr erfahrt nicht nur über die fantastische Welt von Assjah, sondern könnt auch noch E-Books und Printexemplare der Bücher gewinnen. Schaut vorbei!

Kurzmitteilung

[Rezension] Das Schicksal der Paladine – Verschollen von Jörg Benne (★★★)

Cover „Das Schicksal der Paladine – Verschollen“ von Jörg Benne

Nachdem ich das kostenlose Prequel zur Serie gelesen hatte, stand für mich fest, dass ich dieses Buch lesen musste. Der Autor faszinierte mich mit der Welt, die er schuf, und seinem spannungsgeladenen Schreibstil. Was ich nun vom Auftakt seiner Reihe halte, erfahrt ihr im Folgenden:

Erster Eindruck – Cover, Titel und Klappentext

Ich muss gestehen, das Cover gefällt mir überhaupt nicht. Hätte es sich nicht durch Zufall ergeben, dass ich das Prequel zu lesen bekommen habe, hätte ich mir das Buch deshalb nicht gekauft.

Den Klappentext hingegen finde ich gelungen und durchaus interessant. Wer sich vom Cover nicht abschrecken lässt und ihn durchliest, bekommt einen guten und vielversprechenden Überblick darüber, um was es in dem Buch geht.

Das Buch liegt gut in der Hand und ist angenehm zu lesen.

Hier vergebe ich zwei Sterne. ★★

Inhalt

Die Grundidee – Menschen aus unserer Welt entdecken eine fremde Welt und haben dort magische Kräfte – finde ich super. Auch die Zauberei, die mittels besonderer Male an den Armen funktioniert, ist ausgeklügelt und sehr interessant zu lesen. Dass die Zeit in der fremden Welt namens Nuareth beträchtlich schneller verläuft als in unserer, ist ein weiterer reizvoller Aspekt.

Der Jugendliche Tristan aus unserer Welt erlebt das für ihn fremdartige Nuareth authentisch. Er stürzt sich nicht todesmutig in seine erste Schlacht, sondern verliert bei all dem nur aus dem Fernseher bekannten Blutvergießen zuerst ganz schön die Nerven.

Ein wenig vermissen musste ich stellenweise die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Tristan und den anderen Figuren. Auf tragische oder einschneidende Erlebnisse diesbezüglich reagiert er manchmal zu gleichgültig. Auch war mir die Geschichte ab und an zu hoffnungslos, vor allem zum Ende hin – aber das ist Geschmackssache. Außerdem hat mich gestört, dass sich Tristan in meinen Augen künstlich an der Sache mit seiner im Koma liegenden Schwester aufgehängt hat – klar ist das schrecklich, aber ich bezweifle, dass die Ärzte einfach nach einer Woche die Maschinen ausschalten dürfen oder seine Mutter, die ja hoffnungsvoll auf Hilfe harrt, es erlaubt hätte.

Abgesehen von diesen Kleinigkeiten ist die Geschichte jedoch absolut lesenswert.

Hier vergebe ich vier Sterne. ★★★★

Schreibstil

Ich kann es gar nicht oft genug betonen: Jörg Bennes Schreibstil ist unglaublich fesselnd. Er vermag es fantastisch, für Spannung zu sorgen. Das meiste konnte ich mir wunderbar vorstellen.

Negativ empfand ich die oft zu langen Sätze, vor allem mit den vielen „unds“, teilweise mehrere in einem Satz. Das finde ich gar nicht schön zu lesen.

Höflichkeitsanreden werden durch die Bank nicht groß geschrieben – falsch und ab und an irritierend, weil man einfach zuerst an Personalpronomen denkt.

Dafür, dass die Geschichte aus Sicht eines Jugendlichen geschrieben ist, fand ich die Sprache stellenweise zu hochtrabend. Glücklicherweise zeigte sich das nur selten in den Dialogen.

Für letztere wurden extrem oft Redefloskeln verwendet („war seine nächste Frage“, „beschwichtigte sie“, „grüßte er“, „wollte er wissen“, „folgerte sie“), was ich persönlich auch als störend empfinde. Ein einfaches „sagte er“ oder „fragte sie“ wird vom Leser einfach überlesen, aber die ewig wechselnden Redefloskeln wirken auf mich störend und es hat fast bis zur Hälfte des Buches gedauert, bis ich mich damit halbwegs arrangieren konnte. Das hat mein Lesevergnügen doch ein wenig getrübt.

Hier vergebe ich zwei Sterne. ★★

Fazit

Inhaltlich ist dieses Buch innovativ, bis auf wenige Punkte sehr authentisch und wirklich lesenswert. Die Spannung hält einen ordentlich auf Trapp, man will das Buch stellenweise gar nicht aus der Hand legen. Wenn man über die genannten, in meinen Augen negativen Punkte hinweglesen kann – und das ist eigentlich problemlos möglich – ist „Verschollen“ ein empfehlenswertes Buch und der gelungene Auftakt der Paladine-Reihe.

Insgesamt vergebe ich eine Wertung von drei Sternen. ★★★

Ich bitte darum, meine persönliche Sternwertung zu beachten – drei Sterne sind bei mir noch sehr gut, aber andere Bücher haben mich einfach schon mehr überzeugt.

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